Publishing 2.5

Momentan habe ich alle Hände voll zu tun mit dem Layout des nächsten Light + Byte Gesamtkataloges 2009 - “LB Pro News”. Dieses Projekt wurde nun schon einige Jahre verschoben, zurückgestellt und nochmals verschoben, so dass es nun schlussendlich der erste komplette Katalog unserer Firma seit 2003 wird, in der Zwischenzeit gab es nur in unregelmässigen Abständen die aktuellesten News auf 12-20 Seiten. Im 2003 hatte der Katalog 63 Seiten, heute sind wir bei 124, was für mich nicht nur wegen der Grösse eine Herausforderung darstellte.
Auf einer Seite war mir klar, dass es keinen Sinn macht, das ganze von Hand zu layouten, da mt Sicherheit einige hundert Artikel, Preise, Artikeltexte zusammen kommen würden. Auf der anderen Seite hatte ich aber bisher abgesehen von der einen oder anderen Aktion in Photoshop keinen Plan von Automatisierung. An der Swisspublishing Week 2008 (die ich übrigens wärmstens empfehlen kann) bekam ich dann von Dani Sterchi (ulrich-media) in einem Referat die Lösung für unser Problem vorgeführt: EasyCatalog, ein InDesign-Automatisierungs-Plugin, welches Indesign zum Beispiel mit den Daten einer Filemaker-Datenbank füttern kann.
Leider klappte der direkte Import der Daten aus unserem Artikelstamm nicht, aber immerhin schaffte ich es nach einiger Zeit, auf eine Kopie mit den nötigsten Feldern zu verknüpfen. Nun muss ich zwar laufend wieder manuell die Daten in die Kopie importieren, aber ansonsten muss ich sagen, EasyCatalog hat mich schon nach wenigen Stunden überzeugt und nach einigen Wochen damit, kann ich mir nicht vorstellen, wie ich vorher anders arbeiten konnte.
Publishing 3.0 hört man immer wieder im Zusammenhang mit Automatisierung, aber ich kann Dani Sterchi gut verstehen, wenn er André Kostolany zitiert: “EDV-Systeme verarbeiten, womit sie gefüttert werden. Kommt Mist rein, kommt Mist raus”. Und damit wären wir neben den technischen Schwierigkeiten beim zweiten – nicht weniger wichtigen – Bereich des Publishing 3.0: Den verfügbaren Daten. Was tun, wenn die Daten so miserabel erfasst sind, dass man nichts davon 1:1 übernehmen kann? Doch wieder Hand anlegen. Und deshalb auch der Titel dieses Posts: “Publishing 2.5″ und ich denke, ich bin nicht alleine, wenn ich auch bei all dem Hype, der darum gemacht wird, (noch) nicht bald damit rechne, dass uns diese Revolution überrollt. Hier ein Artikel von Martin Spaar zum Thema Publishing 3.0 und den möglichen Folgen.
Wir sind in unserem Fall die Sache so angegangen, dass wir seit einigen Monaten die Verantwortung der Datenpflege klar an verschiedene Produkt Manager aufgeteilt haben, was auch schon recht gut funktioniert. Trotzdem denke ich, es wird sicher noch einige Monate dauern, bis wir unseren nächsten Katalog komplett automatisiert erstellen können. Es wird kommen, dass ist klar. Wie schnell, kann man nicht sagen. Auf jeden Fall bin ich mit Martin Spaar einig, dass diejenigen, die heute noch die Augen davor verschliessen, ziemlich sicher die Verlierer von morgen sein werden.
